Das 10-Finger-Tastschreiben ist eine grundlegende Kulturtechnik in der modernen Zeit. Der Computer ist im Alltag kaum mehr weg zu denken. Wahrscheinlich würde heutzutage keiner mehr auf die Idee kommen das Erlernen der Handschrift als unwichtig zu bezeichnen. Genauso verhält es sich inzwischen mit dem Tastschreiben.

Für Neulinge an der Tastatur wirken die vielen Buchstaben und Zeichen, die wild sortiert erscheinen, schnell unübersichtlich. Die ersten Tippversuche sehen dann meist so aus: Die Augen kreisen über die Tasten und sobald der gewollte Buchstabe gefunden wurde bewegt sich ein Zeigefinger in dessen Richtung. Nach dem Tippen sollte der Text natürlich auch noch am Monitor überprüft werden. Muss von einer langen Vorlage abgeschrieben werden, kann das sehr zeitraubend werden.Viele sagen zu dieser Methode des Tastschreibens auch liebevoll das „2-Finger-Adler-Suchsystem„. Dessen Ablauf kurz zusammengefasst:

  1. Auge liest den Vorlagentext
  2. Auge sucht die Taste auf der Tastatur
  3. Gehirn erkennt den Buchstaben
  4. Gehirn bewegt einen Zeigefinger
  5. Finger drückt den Buchstaben
  6. Auge überprüft den Buchstaben am Monitor
  7. Auge sucht die nächste Stelle auf der Vorlage
  8. Auge sucht die nächste Taste auf der Tastatur
  9. usw.

Wurde das 10-Finger-Tastschreiben fachmännisch erlernt, prägt sich das Gehirn den Tastweg zu den jeweiligen Buchstaben so ein, dass der Schreiber nicht mal mehr darüber nachdenken muss, sondern die Finger sich mehr oder weniger von alleine an die richtige Stelle bewegen und die Taste drücken. Dessen Ablauf kurz zusammengefasst:

  1. Auge liest den Vorlagentext
  2. Gehirn erkennt den Buchstaben
  3. Gehirn bewegt den Finger
  4. Finger drückt den Buchstaben und das Gehirn reagiert gleichzeitig(!) auf falsche Tastwege
  5. Auge bleibt auf der Vorlage und liest ohne Pause weiter

Der Ablauf ist somit wesentlich kürzer und spart viel Zeit ein. Auch für die Augen ist es entlastend, wenn sie nicht ständig zwischen Vorlage, Tastatur und Monitor hin und her springen müssen. Unsere Augen finden niemals so schnell nacheinander die Buchstaben, wie es unsere Finger an beiden Händen können.

Ich fasse zusammen: Bei der Eingabe von Daten am Computer wird hauptsächlich die Tastatur verwendet. Je schneller und fehlerfreier die Eingabe erfolgt, desto mehr Zeit hat man für alle anderen Arbeiten, die noch anfallen oder kann sogar früher seine Freizeit genießen. Es lohnt sich also das 10-Finger-Tastschreiben zu erlernen, auch wenn es zu Beginn viel Ehrgeiz und lange Übung erfordert.

Vergleiche mit anderen Bereichen des Lebens:

  • Das Erlernen eines Musikinstruments (z. B. Klavier oder Akkordeon)
  • Das Erlernen einer Sportart (z. B. Fahrradfahren oder Schwimmen)
Advertisements